
Californien Part 2: Erstbefahrung des Upper North Fork of the North Fork of the American River
Um 5.30 werde ich unsanft vom Alarm geweckt. Die letzten harten Paddeltage spüre ich noch in den Knochen. Trotzdem machen Darin und ich uns auf den Weg. Wir folgen der Einladung von Charlie Center für eine Erstbefahrung. Mit an Board für das Abenteuer am Upper North Fork of the North Fork of the American River sind John Grace und Jason Hail. Nach dem Schlafsack, Essen und warme Klamotten im Boot verstaut sind, machen wir uns auf den Weg. 6-7 Kilometer schleppen wir die Boote durch Schnee und Wälder. Mal können wir das Boot durch den Schnee ziehen, mal muss geschultert werden.
Foto 1 und 2: Der Weg zum Wasser Fotos: Darin McQuoid und Jonas Grünewald Den Bach erreicht, steigt die Euphorie: der Pegel scheint perfekt zu sein und so starten wir am Bach relativ zügig um wenig Zeit zu verschwenden.
Foto 3: Charlie Center in Aktion auf den ersten Metern Foto: Jonas Grünewald Nach ein paar Kilometer eng verblockten WW und einigen Umtrageaktionen erreichen wir eine Schlucht: Das ersehnte Kernstück dieser Erstbefahrung, welches Charlie vorher schon beschränkt erkundigt hatte. Den Eingang bildet eine verwinkelte 3 m Stufe mit anschließendem 6-7 m Wasserfall. Nach dieser perfekten Kombination steigt meine Stimmung, die nach dem doch recht hakeligen WW etwas gesunken wird.

Foto 4: Jonas Grünewald im Eingangswasserfall Foto: Darin McQuoid Doch meine Stimmung schwenkt bald wieder um: eine abgefahren 40m lange Rutsche mit abschließendem Kicker, die in eine Wand schießt. Nach 2 Befahrungen die kopfüber enden, tendiere ich zum Umtragen. Doch ich muss feststellen, dass dies unmöglich ist. Zwangspassage.

Foto 5: Die Rutsche Paddler: Jonas Grünewald Foto: Darin McQuoid Also nehme ich meinen kompletten Mut zusammen, paddel in die Rutsche und lasse mich auch am Kicker aushebeln. Ich lande somit kopfüber kurz vor der Wand. Aufrollen und erstmal durchatmen. Weiter geht’s mit einem traumhafter 10m Wasserfall.
Foto 6: Charlie Center stylt den großen Wasserfall Foto: Jonas Grünewald

Foto 7: Wasserfall von unten Paddler: Jonas Grünewald Foto: Darin McQuoid Nachdem einige weiteren Stellen mit Bravour gemeistert sind, folgt eine Umtrageaktion, die mir meine mentalen und körperlichen Grenzen aufweist. Bis in die Dunkelheit müssen wir in Klippen klettern, und Schotterhänge mit enormem Steinschlag bewältigen. Ich bin total erschöpft und der Panik nahe. Schließlich erreiche ich in der Finsternis den Fluss. Die nächste Ernüchterung folgt. Steile Felswände und somit kein Platz zum Schlafen. Eine fast schlaflose Nacht im Sitzen in einer Felsspalte folgt. Am nächsten Tag starten wir völlig erschöpft und übermüdet. Es sind nur noch wenige Meter bis zur Strecke, die Charlie schon gepaddelt ist. Aber es steht noch eine sehr rücklläufige Doppelstufe auf dem Programm. Wieder ein Zwangspassage. Wir alle werden in der ersten Stufe an die Wand gedrückt und die zweite Stufe muss somit ohne Schwung genommen werden. Doch die Befahrungen gelingen uns dennoch.

Foto 8: Jonas Grünewald meistert die letzte große Hürde: Die rückläufige Doppelstufe Foto: Darin McQuoid Aufatmen. Wir befinden uns nun auf einem bekannten Stück. Es folgen weitere 25 Kilometer Wildwasser im Schwierigkeitsbereich WW 4-5. Fast alles ist auf Sicht zu befahren. Völlig erschöpft erreichen wir am 2ten Tag gegen 19 Uhr den Ausstiegund feiern beim Mexikaner die gelungene Tour. 
Foto 9: Glücklich und erschöpft am Ziel. Die Crew von links nach rechts: Charlie Center, Jonas Grünewald, John Grace, Jason Hale und Darin McQuoid Danke für die Unterstützung: www.denk.com, www.paddle-people.com, AKC, www.jacksonkayak.com